Oliven in Spanien
Spanien ist das größte Anbaugebiet für Oliven der Welt. Laut Wikipedia wurden in der Saison 2003/2004 allein in Andalusien 1,13 Millionen Tonnen Olivenöl hergestellt, was 36 % der Produktion auf der ganzen Welt darstellt. Im Jahr 2007 produzierte Spanien 1.326.000t Olivenöl und damit über 40% der Weltproduktion. Da das italienische Olivenöl einen besseren Ruf hatte, wurde sogar spanisches Olivenöl nach Italien exportiert und dort abgefüllt, um als italienisches Olivenöl verkauft werden zu können. Dies ist nach Veränderungen im EU-Recht nicht mehr möglich. Die Olivenbauern und Olivenölhersteller Spaniens haben ihre Qualität im Vergleich mit den Hauptkonkurrenten Italien und Griechenland gesteigert – die Qualität der Olivenöle wird mittlerweile als mindestens gleich gut, wenn nicht sogar als besser betrachtet.
Spanisches Olivenöl weist eine große Vielfalt verschiedener Sorten auf, was vor allem an den unterschiedlichen Klimabedingungen im gesamten Land liegt. Das Olivenöl kann von dunklem Grün bis zu hellem Gelb viele verschiedene Farbtöne annehmen, kann pikant, fruchtig, mild oder pfeffrig schmecken. 25 spanische Anbaugebiete tragen mittlerweile auch das Qualitätssiegel "Denominación de Origen de Aceite de Oliva virgen extra" oder D.O. - eine Garantie für die spanische Herkunft des kalt gepressten, nativen Olivenöls.
Mittlerweile haben sogar die verschiedenen Olivensorten aus Spanien einen gewissen Ruf erlangt und werden von den Produzenten immer häufiger als Qualitätsmerkmal auf die Flasche geprägt.
Arbequina
Die Arbequina ist eine der bekannteren spanischen Olivensorten. Sie wird recht früh im Jahr geerntet und hat ein fruchtiges, mildes, ins Süßliche gehendes Aroma, das an Mandeln und Artischocken erinnert. In erster Linie werden Arbequinas in Lérida (D.O. Les Garrigues), Tarragona (D.O. Suirana) und in Aragonien (D.O. Baja Aragón) angepflanzt.
Empfohlen wird das Arbequina-Olivenöl vor allem für die Zubereitung von Meeresfrüchten, Gemüse und gegrilltem Fisch.
Blanqueta
Der Name rührt von der bleichen Farbe dieser Olivensorte her, die vor allem an der Costa Blanca, in der Region Levante angebaut wird. Das Aroma ist mild und sehr aromatisch, mit leichtem Geschmack nach Mandeln.
Cornicabra
Cornicabra-Oliven werden vor allem in Toledo (D.O. Montes de Toledo), in Castilla La Mancha und in Ciudad Real angebaut. Den Namen, der so viel bedeutet wie "Ziegenhorn", verdankt die Frucht ihrer Form. Cornicabras werden auf der zweitgrößten Anbaufläche in Spanien angepflanzt und machen 12 % der spanischen Ölproduktion aus. Der Geschmack des Olivenöls liegt zwischen süßlich, zartbitter und pikant.
In der Verwendung eignet es sich besonders für Dressings, Fleisch, Fisch, Gemüse und die Herstellung von Remoulade.
Empeltre
Diese Sorte gehört zu den ältesten in Spanien. Zu finden ist sie in den Provinzen Aragonien (D.O. Bajo Aragón), im Ebrotal und auf den Balearen (D.O. Mallorca). Sie wird recht früh geerntet und schmeckt sehr angenehm, nur selten bitter, sondern eher fruchtig und süß, mit einer Apfel- oder Mandelnote.
Daher eignet sich Empeltre-Olivenöl besonders gut für Marinaden, Dressings oder auch für die Herstellung von Mayonnaise.
Hojiblanca
Mit 16 % ist diese Sorte die dritthäufigste in Spanien. Anbaugebiete sind Granada, Sevilla, Málaga und Córdoba. Die Früchte dieser Sorte reifen eher spät. Das Öl der Hojiblanca schmeckt pikant und nach Kräutern, aber wenig bitter.
Lechin de Sevilla
Wenig verwunderlich wird die Frucht Lechín de Sevilla vor allem in der gleichnamigen Provinz angebaut, aber auch Córdoba, Málaga, Huelva und Cádiz sind Anbaugebiete dieser Olivensorte. Ihr Aroma erinnert an Gras und an Kräuter, ist ein wenig bitter und würzig. Der Name leitet sich vom spanischen Wort für Milch ("leche") ab und ist der Farbe des Safts der Frucht zu verdanken.
Das Olivenöl eignet sich vor allem für gebratene Gerichte und Marinaden.
Manzanilla
Die Sorte Manzanilla cacareña findet man vor allem in Cáceres, in den Alicante-Bergen. Verwendet wird die Sorte vor allem als Tafeloliven, das gewonnene Öl gilt als pikant, leicht bitter und mit Anklängen an Mandeln und Kräutern.
Picual
Die Hälfte aller in Spanien angebauten Oliven sind Picual-Oliven. Angebaut wird diese wichtigste Sorte Spaniens vor allem in folgenden Provinzen Andalusiens: D.O. Sierra de Cazorla, D.O. Sierra Mágina, D.O. Sierra Segura, D.O. Sierra de Cazorla und D.O. Priego de Córdoba. Der Geschmack des Picual-Olivenöls ist abhängig vom Anbaugebiet. Aus den Bergen schmeckt das Öl süßer und milder, aus dem Tiefland bitterer, mit einer leichten Holz-Note. Eine Besonderheit der Sorte ist ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Kälte.
Beim Kochen eignet es sich am besten für Fleisch- und Gemüse-Gerichte sowie für Gebratenes.
Picudo
Picudo ist vor allem in Andalusien weit verbreitet und findet sich in den Provinzen Córdoba (D.O. Priego de Córdoba), Granada, Málaga, Jaén und D.O. Baena. Das Olivenöl schmeckt sehr fruchtig nach Äpfeln und Mandeln.
Verdial
Diese Sorte wird auch Verdial de Badajoz oder Morisca genannt, zu finden in Extremadura, imm D.O. Monterrubio und D.O. Gata-Hurdes. Im D.O. Poniente de Granada findet sich auch die Sorte Verdial de Velez-Málaga. Beide Sorten schmecken fruchtig-süß und enthalten keine Bitterstoffe, daher ist ihr Olivenöl vor allem für Salate gut geeignet.

