Olivenanbau in Italien
Italien ist der zweitgrößte Produzent von Oliven und Olivenöl, wird historisch aber als die Heimat des besten Olivenöls betrachtet. Der Olivenbaum war vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit am Mittelmeer verbreitet, die Produktion von Olivenöl wurde spätestens in der Frühzeit Roms von den Griechen nach Italien gebracht. Nach Jahrhunderten der Zucht gibt es alleine in Italien fast hundert Sorten von Olivenbäumen, dabei sind manche Olivenbaumsorten auf einzelne Dörfer beschränkt. Die einzelnen Olivenöle unterscheiden sich ebenso wie Weine je nach Sorte des Olivenbaums, dem Klima, der Bodenbeschaffenheit und der Verarbeitung. Die Hauptsorten in Italien sind Frantoio, Leccino und Carolea.
Das neue europäische Qualitätssiegel D.O.C., das die Herkunft aus einem bestimmten Gebiet garantiert, wurde gleich an mehrere italienische Olivenöle vergeben. Das native Olivenöl extra "Denominazione di origine controllata" (D.O.C.) wird nach festgelegten Produktionsvorschriften hergestellt und unterliegt einer strengen Qualitätskontrolle. Dabei werden sowohl chemische als auch sensorische Untersuchungen zum Beispiel auf Farbe und Geschmack vorgenommen.
In Italien wurde folgenden nativen Olivenölen extra der D.O.C.-Status verliehen:
- Brisighella - (Emilia Romagna)
- Sabina - (Latium)
- Canino - (Latium)
- Castel del Monte - (Apulien)
- Colline di Brindisi - (Apulien)
- Aprutino Prescare - (Abruzzen)
Ligurien
Das an der Küste des tyrrhenischen Meeres gelegene Ligurien ist für ein besonders mildes Klima bekannt. Nach der Bezeichnung der Küste "Riviera dei Fiori" hat sich ein Konsortium von etwa 850 Olivenbauern benannt, das sich dem Marketing des aus sehr seltenen (0,5% der ital. Produktion) Olivensorten hergestellten Öls widmet.
Sorten: Taggiasca: Olivenöl aus Taggiasca-Oliven ist bekannt für das feine und milde Olivenöl, benannt nach dem Ort Taggia.
Toskana
Die Toskana ist nicht nur landschaftlich sehr schön, wie viele Besucher jedes Jahr aufs Neue feststellen, sie zählt auch zu den besten Anbaugebieten der Welt, obwohl in der Toskana nur drei Prozent der italienischen Olivenölproduktion ansässig sind. Die toskanischen Öle spiegeln in delikater Form die Schönheit der überwältigenden Landschaften wider. Dies liegt vorallem an der langen Erfahrung der Bauern aus der Toskana wie an den besonders aromatischen Oliven, die auf den unzähligen Olivenplantagen zu finden sind. Eine Plantage ist aber besonders hervorzuheben: Die Azienda "Podere Prataccio", auf der nach biologischen und ökologischen Methoden die Oliven angebaut und das Olivenöl in der eigenen Ölmühle gepresst wird.
Sorten: Das Olivenöl aus der Toskana gilt als kräftig mit einem fruchtig-pikanten Aroma, egal ob Moraiolo pur oder im Verschnitt mit Frantoio, Leccino, Pendolino, Cipressino, weil der Boden und Klima einen entsprechenden Einfluss auf die Oliven haben.
Umbrien
Die Heimat des Franziskus von Assisi ist die einzige Region Italiens, die weder am Meer liegt noch eine Auslandsgrenze hat. Ähnlich wie in den benachbarten Regionen Toskana und Latium hat der Anbau von Olivenbäumen eine lange Tradition. Durch die Lage auf dem Apennin mit durchschnittlich 1000 Höhenmetern ist dies das kühlste Klima, in dem Olivenbäume in Italien wachsen. In der zerklüfteten Landschaft liegen die Olivenhaine an Berghängen. Die Hanglagen verhindern den intensiven Einsatz von Maschinen, so dass das hier geerntete Olivenöl zu den hochwertigsten Ölen Italiens zählt. Im trocken-warmen Klima Umbriens reift ein Öl mit fein abgerundeten, nussigen Aromen. Am häufigsten wird hier die Moraiolo angebaut, aber auch die andern wichtigen Sorten sind vertreten.
Latium
Latium liegt im Herzen Italiens, die Hauptstadt der Region Latium ist zugleich die Hauptstadt Italiens, Rom. Die Olivenproduktion der Provinz wird aber von den sabinischen Bergen geprägt. Hier werden nicht nur Oliven für die Produktion von Olivenöl, sondern auch für den Verzehr angebaut. Den Hauptteil der Oliven aus dem Latium, die bei Tisch verzehrt werden, stammen aus 2 Orten: San Gregorio und Gaeta-Itri. Die Spezialität von San Gregorio da Sassola, einem Ort mit 1300 Einwohnern an den Hängen der Monti Prenestini, ist die “Riesenolive”, eine grüne Tafelolive mit süßem Geschmack und riesen Ausmaßen.
Die Verarbeitung der Oliven von Gaeta und von Itri nach der Methode "alla itrana" sorgt für den besonderen Geschmack. Die “olivone”, die spät geerntet werden, damit der Geschmack rund und vollendet ist, reifen für einen Zeitraum von sechs bis acht Monaten in Salzlake und werden in großen Fässern aufbewahrt. Die Oliven von Gaeta und von Itri sind außer für die Möglichkeit, sie als “Antipasti” zu verzehren, auch für ihre reichliche Verwendung beim Kochen berühmt. Je nach genauem Herkunftsort, Reifegrad und Verarbeitung können die Farben von schwarz bis zu einem hellen grün-gold schwanken, auch der Geschmack ist unterschiedlich, obwohl es sich um dieselbe Olivensorte handelt.
Die Sorte Itrana wurde in dieser Region gezüchtet und wird nahezu ausschließlich hier angebaut, daneben werden noch andere Sorten wie die überregional verbreitete Leccino kultiviert.
Apulien
Apulien hat den größten Anteil an der Olivenölproduktion in Italien und füllt mit seinem würzig - fruchtigen, säurehaltigen Öl aus vollreifen Oliven nicht nur die Regale Italiens, sondern exportiert sein »grünes Gold« auch ins europäische Ausland. Apulien ist außerdem Kornkammer und Weinkeller Italiens
Die hier produzierten Öle, vor allem aus den Sorten Coratina und Ogliarola, sind sehr intensiv im Geruch und im Geschmack und haben geradezu die intensivere Sonne dieser Region eingefangen.
Sizilien und Sardinien
Die beiden Inseln Sizilien und Sardinien werden häufig zusammengefasst, obwohl die hier produzierten Öle sehr unterschiedlich sind. Sardinien ist etwas kühler und ähnelt klimatisch mehr der Mitte oder dem Norden Italiens, während Sizilien dem Süden zugerechnet werden muss. In den milden, feuchten Wintern werden die Wasservorräte für die heißen, trockenen Sommer angelegt, während denen die Oliven wachsen.
Immer beliebter werden sizilianische Sorten wie Biancolilla und Necellara del Belice mit einem intensiveren und frischen Olivengeschmack.

